ON THE ROAD WITH – CHP

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23.10.2017

 

https://www.chp-music.com/

 

Ich weiß nicht, wie lange wir schon zusammen unterwegs sind. Jedenfalls nicht so genau. Wie viele Bierkrüge wir zusammen leer gemacht haben, wie oft wir uns bekriegt haben, wie oft wir uns versöhnt haben, um nochmal von vorne anzufangen.

Wie bei alten Ehepaaren geht das zu bei uns.

 

Geschichten gibt’s zu unserem kleinen Rock’N’Roll- Trio, die gibt’s gar nicht, und wenn man das alles hier erzählen würde, was wir erlebt haben, kämen die Anwälte wohl mit dem Klagen nicht hinterher.

Wir haben CHP vor ungefähr fünfundzwanzig Jahren klargemacht, um mal was anderes spielen zu können als das allwöchentliche Pflichtprogramm der Dienstleistenden im Unterhaltungsgeschäft. Wenn du Wochenende für Wochenende Freitag, Samstag, Sonntag Country Roads, What’s Going On, I Will Survive und I Was Made For Lovin You in Bierzelten, Vereinsheimen und bei Feuerwehrfesten spielst, den Bier- und Schnapsleichen zusiehst, wie sie an den Tresen dieser Welt eine Heldentat nach der anderen vollbringen, dann säufst du entweder irgendwann mit oder dir hängt’s einfach zum Hals raus. Bei mir zumindest war damals beides der Fall. Dabei ging’s ja damals im Vergleich zu heute noch. Der Musikgeschmack des Durchschnittsmichels war vor dreißig Jahren schon auch übel, aber verglichen mit dem, was der Lederhosendirndl heutzutage unter Unterhaltung versteht, lebten wir in goldenen Zeiten. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden…

Als die Steves und ich uns kennenlernten, wußten wir nicht, daß die türkische SPD auch CHP heißt. Und dann haben wir das Kind eben so getauft. Wir kamen zwar aus unterschiedlichen Bands, aber dennoch aus dem gleichen Stall und wollten eben mit CHP was anderes machen, als an den Wochenenden immer wieder das gleiche Zeug runterzuleiern. 

Und da wollten wir eben mal weg. Aus Ranzenhausen. Und wir wollten eine eigene Platte machen. Was wir auch gemacht haben. Eine richtig geile Rock’n’Roll Scheibe ist das geworden! Und wir wollten mal was von Led Zeppelin spielen. Was wir auch getan haben. Und was von The Who und Bad Company und Nazareth! Was wir auch gemacht haben. Und auf einmal ist unser zartes Pflänzchen tatsächlich gewachsen. 

 

Wir waren raus aus Ranzenhausen. Wir spielten in der Stadt. Und wie! Die Band ging ab wie Nachbars Lumpi! Wir spielten endlich für Leute, die sich für Musik interessierten. Wir waren kein Unterhaltungsfaktor für gelangweilte, Eisbein und Haxen fressende Spießbürger mehr. Was für ein Gefühl! Es geschafft zu haben. Den Dementoren entkommen zu sein. 

 

Bis… zu jenem Tag… als sich vor mir in einem der Clubs dieser baumlange Typ aufbaute und den legendärsten Satz aller legendären Sätze sprach. Einen Satz wie Donnerhall. Einen, den man sich nicht merkt, sondern der sich in ein Gehirn regelrecht einbrennt und der jeden einem Tag frühmorgens auf die Stirn gemeiselt steht. 

 

Der Typ sagte: „Ey, Schlagzeuger! Saugeil! Ey, Waaahnsinn, echt! Ich sag dir was: Wenn ihr so weiterspielt, dann garantier‘ ich euch, dann spielt ihr eines Tages mit a-b-s-o-l-u-t-e-r Sicherheit auch in Ranzenhausen!!“

 

Das hatte gesessen. Das hieß so viel wie „Du kommst hier nicht raus. Du bist hier drin, wo du hingehörst! Egal, was oder wer du bist oder zu sein glaubst!“ Naja. Wenn man so drüber nachdenkt, ist das vielleicht gar keine schlechte Lektion…

Anyway, Ranzenhausen oder nicht: Wenn die Band gut ist und du ne geile Mukke machst, dann isses egal, wo du das tust. Und CHP ist eben nun mal ne richtig geile Band, die ne richtig gute Mukke macht. Wir bleiben zusammen, bis der Tod uns scheidet.

 

In diesem Sinne: Auf die nächsten 25 Jahre. 

 

Cheers everybody. We love you!

 

The Three Musketeers

 

 

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