| 12. Dezember 2005
Weiß schon: Das klingt so nach Klischee-Ausrede vom
phlegmatischen Musiker wenn ich behaupte, ich hätte seit Anfang
Oktober keine Zeit gehabt zum Schreiben.
Stimmt aber. Das war nämlich so:
Nach ein paar kräftig demoralisierenden Tiefschlägen in den
letzten Wochen hatt' ich ein paar Tage keine Lust mehr auf Musik und
Websites und so Zeug und fiel nach kurzer Phase der Depression über
meine Wohnung her. Tapezieren, Streichen und Fußboden verlegen als
Therapie gegen allgegenwärtigen öffentlichen Missbrauch. Was ich
damit meine? Sag' ich nicht. Ich kann nämlich die Anwälte nicht
bezahlen, die man für so was braucht.
Stell dich nicht so an, Sensibelchen. Du hast es nicht anders
gewollt!
Los, schreib was, es wird Zeit!
VON "THE SPENCER DAVIS GROUP OFFICIAL BOOTLEG CD
2005", ECKI, BIRTH CONTROL UND BAMBERGER GITARREN…
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Na also. Geht doch noch. Und es wird richtig schöööön lang.
Bringt Zeit mit!
Vor mir liegt der Vorabzug einer Live-CD der Spencer Davis Group.
Aufgenommen bereits im letzten Frühjahr bei einem Gig in Henry's
BLUESGARAGE in Isernhagen, einem Rock'n'Roll Schuppen, wie er ganz,
ganz selten nur noch zu bestaunen ist.
Für diejenigen, die die Bluesgarage nicht kennen, ist sie schwer zu
beschreiben.
Das heißt, man könnte die Gegenstände schon aufzählen, die Henry
zusammen mit seiner Frau in unzähligen Jahren zusammengesammelt und
in mühevoller Kleinarbeit überall an den Wänden montiert und in
den Ecken aufgestellt hat. Man könnte auch davon erzählen, dass
die Entdeckungen kein Ende nehmen, wenn man sich erstmal mit einem
Glas Bier auf den Weg durch die zwei Stockwerke gemacht hat. Aber
die Atmosphäre, die in dem Schuppen entsteht, wenn eine Band auf
der Bühne steht und sich ein Publikum drin befindet, das im
Vergleich zu so manch anderem tatsächlich an der gerade gespielten
Musik interessiert ist, wird man (oder zumindest ich…) nicht so
einfach zu Papier bringen können.
Zuerst war ich ja skeptisch, aber es sieht so aus bzw. hört sich so
an, als hätten wir so einen Abend erwischt, als Ecki unseren Gig
aufgenommen hat. Ecki Gallus heißt mit bürgerlichem Namen
WALLBREAKER (siehe "Links" auf dieser Website) und ist die
rechte Hand von BIRTH CONTROL. Ja, die Band. Ja, die gibt's noch.
Ja, ich hab sie getroffen. Wo? In Berlin.
Jaaa, bei SAT1, bei den Hitgiganten. Ja, die waren auch dabei. Was
die gespielt haben? Na, Gamma Ray natürlich. Jaaaa, die durften das
live spielen. Warum wir ein Playback hatten? Weiß ich nicht.
Jaaaaaaaaaa, Hugo Egon Balder war auch da.
Ja, Himmel, Arsch und Zwirn!! Jetzt lasst mich doch auch mal wieder
was sagen, ich wollte doch was ganz was anderes schreiben, Mensch!
Also so was!
Ecki's Aufnahmeprinzip ist so genial wie einfach: Er stellt zwei
hochwertige Mikrophone ins Publikum und kriegt somit genau das auf's
Band, was die Leute beim Gig auch hören. Gnadenloserweise zwar auch
manche Fehler, aber ehrlicher kann man eine Aufnahme eben nicht
machen.
Und jetzt läuft die Platte gerade hier bei mir im Grinterhund.
Entschuldigung, Hintergrund mein' ich. Naja, was soll ich schreiben,
ohne dass der Eindruck entsteht, dass ich hier nur was verkaufen
will. Am Besten das, was ich eben drüber denke: Sie ist
tatsächlich, wenn man die Bedingungen berücksichtigt, unter denen
sie entstanden ist, richtig gut geworden.
Spencer dachte sich nämlich vor der Aufnahme, dass es wohl das
Beste wäre, wenn er die Band gar nicht drüber informiert, dass da
ein Band mitläuft. Wir wußten's also alle gar nicht, was dann
seine guten wie auch schlechten Seiten hatte.
Das Gute dran ist wohl, dass wir nicht versucht haben, den perfekten
Gig abzuliefern und das Ganze somit total leger und unverkrampft
klingt. So wie immer, wenn wir mit dem richtigen Publikum
"unter uns" sind.
Das weniger Gute: Hätte ich's gewusst, hätte ich beim Trommelsolo
auf optische Gags wie den "One Hand Roll" oder das
"Auf-der-Bluesgaragenbühnenwand-rauf-und-runterklappern"
verzichtet und ein bisschen konzentrierter für die Platte gespielt.
Bringt ja nix, wenn da einer mit einer Hand wirbelt oder auf den
Putz eindrischt und keine Sau sieht's, oder?
Wie dem auch sei, wenn man sich das Ding so anhört, spielt das
alles keine Rolle mehr. Die Atmosphäre stimmt nämlich. Vor allem
unter einem guten Kopfhörer sitzt man mittendrin im Geschehen und
ertappt sich schon mal dabei, dass man gerade den Typ nebendran
fragen wollte, ob man sich mal Eine drehen darf… |
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Ansonsten steht nach den SDG Gigs im Herbst, die wie immer sehr
lustig und unterhaltsam waren (vor allem hinter den Kulissen…),
die Bamberger GUITARFIGHTNIGHT vor der Tür. Die ist heuer
am 27. Dezember und macht jetzt schon eine Schweinearbeit!
Man muss sich diesen alljährlichen Wahnsinn ungefähr so
vorstellen:
Die Organisatoren telefonieren oder emailen sich die Finger wund und
versuchen, die wettstreitenden Gitarristen irgendwie mit der Backing
Band (Rupp Aumüllers HALE BOPP) zusammen zu bringen, die Backing
Band versucht in aller Eile, sich die erforderlichen zwanzig Songs
draufzuschaffen und sich mit den eigenen und den Fremdneurosen zu
arrangieren, der Bassist kann am Montag nicht, der Trommler am
Dienstag, der Keyboarder hat seit Mittwoch die Grippe, die
Gitarristen werden sich nicht einig, was sie denn nun spielen
wollen, sollen, dürfen; zwei sagen ab, einer davon wieder zu; die
Gastsänger weigern sich, auch nur einen Ton zu singen, weil der
Schlagzeuger im Proberaum raucht; der Schlagzeuger raucht, weil er's
nicht mehr einsieht, dass er ein Einsehen haben soll; der
Bühnenplan haut so nicht hin, weil Schlagzeug und Keyboards wie
auch alles andere viel zu groß sind, beim Sendemikro ist der Akku
leer, weil Akkus eben nun mal nicht so lange halten wie Batterien;
die Gastsänger wollen aber aus Gründen des Umweltschutzes keine
Batterien benutzen; zwei der Gitarristen haben die falschen
Gitarrenspuren bei ihren Songs rausgehört, drei der Gitarristen
haben die falschen Songs rausgehört, zwei der Gitarristen haben
noch nicht mal die falschen Songs rausgehört sondern gar nix; einer
der Gitarristen hat seinen Amp vergessen; sein Mitstreiter hat nicht
mal einen Amp; der Bassist schreit nach Bier; Rupp Aumüller hat wie
jedes Jahr DAS ALLES am Hals uns plant einen längeren Aufenthalt in
Sankt Getreu, aber im Großen und Ganzen wird's langsam.
Eben wie jedes Jahr.
Aber wir bleiben dran, da kennen wir nix!
Und wir hängen uns ordentlich rein.
Und wie jedes Jahr wird es keine Rolle spielen, wer auf dem ersten
Platz landet, es wird im Sinne von Siegen keinen Sieger geben,
allein dabei sein ist wichtig.
Also ich bin ja mal gespannt, wer gewinnt…
Das war eigentlich als Schlußsatz geplant, aber da erreicht uns
kurz vor Redaktionsende noch was furchtbar Aufregendes: CHP
goes GUNZENDORF. Jahaha, hab ich auch nicht geglaubt.
Aber wir spielen am FREITAG, den 6. JANUAR 2006 beim SAUER !
Näheres unter www.chp-music.com.
Macht's gut bis dahin, ich wünsch euch angenehme Weihnacht und
einen guten Rutsch!
KEEP ON ROCKIN' IN THE FREE WORLD!!
Steff |
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