| 04. August 2005
Tach. Also erstmal dieses hier: Uli Twelker, der Chef vom GOOD
TIMES MAGAZINE, hat eine schöne Review über ein SDG Konzert beim
Liverpool Club in Bünde geschrieben. Ich hab' mich darüber sehr
gefreut. Wer's lesen möchte: Steht unter "PRESSE" auf
dieser Website. Australien-Bilder gibt's unter Galerie - Travelling.
Auch auf dieser Website.
Und jetzt:
Bamberg - Schweinfurt - Frankfurt - London - Dubai - Singapur -
Brisbane - Sydney.
Die Frisur sitzt!
In diesem Sinne:
DIE SDG - AUSTRALIEN TOUR 2005. NO WORRIES!!!
Naja, soviel kann sich bei den verbliebenen vier Härchen nicht
mehr verziehen, aber trotzdem: Nach einer Fahrer- und Fliegerei wie
dieser kann man schon stolz drauf sein, wenn sich der Scheitel noch
in der Mitte befindet. |
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Drei Wochen lang hab' ich keine einzige Kippe angerührt. In
Frankfurt hat dann die erste gebrannt. Weil ich schon so ungefähr
geahnt habe, was da kommt.
Am Samstag, 3. Juli in Bamberg abgereist, unterwegs Eddie und Colin
aufgelesen und am Mittwoch, 6. Juli früh morgens in einem
gotterbärmlichen Zustand in Brisbane gelandet (Bild1). Wir waren da
schon drei Tage wach, wussten das aber gar nicht mehr so genau und
hatten keine Ahnung, welcher Tag eigentlich ist und welches Datum
wir hatten und wer wir überhaupt waren. Um den Jet Lag zu
bekämpfen hab' ich versucht, so lange wie möglich wach zu bleiben,
um dann nachmittags um drei im Hotel in einen tiefen, traumlosen und
achtundvierzigstündigen Schlaf zu fallen. Dann ging's los. |
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Die ersten beiden Gigs waren mit einem traumhaften Aufenthalt an
der Goldküste verbunden. Das Hotel keine fünfzig Meter vom Strand
weg.
Und was für ein Strand (Bild2)! Slartibartfass hat sich da wirklich
ins Zeug gelegt!
Sogar Eddie ist an diesen Strand mitgekommen. Hat seine Schuhe
ausgezogen und ist barfuss auf dem Sand gelaufen. Er hat sich
bewegt! Daß ich das noch erleben darf!
Im Hotel ist mir da was passiert, was Eddie auf seiner Website schon
ge- und beschrieben hat. Es gibt einfach keine deutsche Übersetzung
dafür. Schaut am Besten selber nach unter www.eddiehardin.com.
Auf jeden Fall war's ein Meisterstück… |
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Die Karawane ist zwei Tage später weiter gezogen nach Sawtell,
und Spencer hat es sich nicht nehmen lassen, uns persönlich dahin
zu fahren. Untergebracht waren wir im Hotel Bates, wie in
Hitchcock's Psycho.
Gegen Abend hat jemand an meine Tür geklopft. Ich hab einen von der
Band erwartet, aus Gaudi meinen rechten Schuh in Drohhaltung
hochgehoben und die Tür aufgerissen. Draußen stand dann einer, der
sich als Jack vorstellte und der der Tourmanager für den Gig war.
Der Junge war zu Tode erschrocken. Ich ließ den Schuh fallen und
sagte "Hi Jack". Jack sagte: "No. That's for
planes". |
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Da muss man jetzt erstmal drüber nachdenken, gelle?
Auf jeden Fall ist Jack ziemlich eingeschüchtert weitergegangen,
um sich bei den anderen vorzustellen. Er klopfte als nächstes an
Eddie's Tür. Und damit ihm nicht noch mal so was passieren konnte
wie bei mir, nahm Jack seinerseits einen Schuh in die Hand und eine
furchterregende Drohhaltung ein. Eddie machte die Tür auf und
stauchte den armen Kerl dermaßen zusammen, dass der völlig
verwirrt und total durcheinander für die nächsten drei Stunden
nicht mehr so recht wusste, was er tun durfte und lieber lassen
sollte. Jack (Bild3) entpuppte sich dann aber später als
großartiger Kerl! Guter Mann!
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| Genauso wie Francis, der Backliner. Ich hab' ihn gefragt, ob er
ein anderes Pedal besorgen kann, weil das alte schon aus dem letzten
Loch gepfiffen hat. Antwort:" Ja!". Dann hab' ich ihn
gefragt, ob er ein paar andere Becken besorgen kann, weil die alten
geklungen haben wie zugeschlagene Autotüren. Antwort:
"Ja!". Dann hab' ich gefragt, ob er nicht vielleicht den
ganzen Krempel inklusive allem umtauschen kann. Was er dann auch
gemacht hat. Francis (Bild4) steht seitdem in der Sympathieliste bei
mir ganz weit oben!
Wir flogen dann nach Sydney und spielten dort eine TV Show und
vier Gigs in RSL Clubs. Das Publikum dort ist ein echter Hammer.
Sehr enthusiastisch, sehr emotional und immer sehr interessiert an
allem, was mit der Band zu tun hat.
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Jaaaaaaaaaa. Aber wie ist denn Australien nun so?
Es hat zweifelsohne seine Schrullen!
Mit dem Rauchverbot ist das zum Beispiel so eine Sache. Man darf im
Pub am Tresen nicht qualmen. Wenn man aber aufsteht und einen halben
Meter zurücktritt, dann darf man's wieder.
In den RSL Clubs, in denen wir gespielt haben, ist das noch
schräger: Da gibt's eine extra Etage mit Spielautomaten. Ungefähr
dreißig Automaten in einer Reihe, und so um die sieben bis acht
Reihen pro Raum. Da ist Rauchverbot im ganzen Gebäude, außer in
eben diesen Spielhallen. Das hat zur Folge, dass die
Nikotinsüchtigen bei den Spielsüchtigen zu Tausenden am Automaten
stehen und qualmen wie die Schlote. Die Spielsüchtigen versuchen,
die Nikotinsüchtigen mit feindseligsten Blicken zu vertreiben, was
natürlich nicht funktioniert. Die Nikotinsüchtigen verteidigen
sich nämlich mit Blicken, die ein Rhinozeros umwerfen könnten. Da
stehen die dann stundenlang nebeneinander und gucken sich
gegenseitig an und sagen dauernd: "No Worries! No Worries!
NoWorries…!". Und die Geräuschkulisse, bestehend aus einem
irrsinnig lauten permanenten "Plingplangplongbang"
untermalt die seltsame Szenerie. Ein Irrenhaus! Muss man auch mal
gesehen haben.
Ansonsten ist Australien aber Klasse! |
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Eddie behauptet zwar das Gegenteil, aber das liegt bloß daran,
dass der in den knapp drei Wochen die jeweiligen Hotelzimmer nur zum
Essen und zum Gig verlassen hat. Dabei hab' ich ihm extra noch eine
Digitalkamera zu einem Superpreis besorgt: Oversea travelling,
steuer- und konkurrenzfrei, also so richtig billig!! Ich hab' ihm
das Teil rund zwanzig mal erklärt, die Akkus geladen, die Karte
reingesteckt, den Tragegurt an der Tasche befestigt und so weiter…
Alles was er dann fotografiert hat, waren das Hotelzimmer in Sydney
und einmal mein hübsches Antlitz. Zum Ausprobieren.
Jetzt muss ich ihm meine Bilder per eMail schicken, damit er seiner
Frau erzählen kann, wo er überall gewesen ist.
Einmal war er dann aber doch noch dabei: Im Zentrum von Sydney
gibt's eine Menge Leute, die mit Eimern für die Aids - Stiftung
Geld sammeln. Einer von den Jungs hat sich unter uns allen
ausgerechnet Eddie Hardin ausgesucht und seinen Eimer vorgestreckt.
Eddie hat sich bedankt, hat den Eimer genommen und ist mit dem Ding
losgelaufen. Das Gesicht von dem armen Kerl ohne Eimer werd' ich
wohl meine Leben lang nicht vergessen. Sie haben sich dann aber
beide wieder versöhnt (Bild5). |
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Spencer hab' ich in der Zeit kaum gesehen, der war rund um die Uhr
beschäftigt, und Ed Tree, der diesmal für Miller dabei war, zog
meistens tagsüber alleine los. Bernie Zylka, die Tourmaschine Nr1,
war zu sehr mit der Tourleitung für die Leningrad Cowboys
beschäftigt, als dass er hätte mitkommen können, und so waren
Colin und ich die ganze Zeit zu zweit unterwegs. Das hat sich aber
dann auch gelohnt.
Wenn's jemanden interessiert: Bilder gibt's unter Galerie -
Travelling.
Die Rückreise war die Hölle: Um sieben aufgestanden, um zwölf
am Flughafen gewesen, acht Stunden auf den Flug gewartet, fünfzehn
Stunden non stop nach Dubai geflogen, dann acht Stunden nach London
Heathrow, dann fünf Stunden auf den Flug nach Frankfurt gewartet,
in Frankfurt eine Stunde auf den Zug gewartet, und schließlich noch
vier Stunden im Zug gesessen.
Brisbane - Sydney - Dubai - London - Frankfurt - Schweinfurt -
Bamberg.
Die Frisur sitzt!
Bis die Tage
Stefffff |
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