02. Juli 2004

BUDAPEST...

...ist ein Traum von einer Stadt!
Irgendwie ist es den Leuten dort gelungen, das Flair der alten Gebäude trotz aller Renovierungsarbeiten beizubehalten und nicht an allen Ecken, wie woanders üblich, Mac Donalds Schilder und anderen Kommerzkram aufzustellen. Und die eine Woche, die wir mit Spencer Davis Group dort verbracht haben, war leider viel zu kurz...

Der erste Gig fand mitten in der wunderschönen Kulisse von "Schloß Buda" statt, zusammen mit "COLLOSEUM", der Band, die den "Jazzrock" in den Siebzigern - wenn schon nicht selbst - dann zumindest miterfunden hat. Bei diesem Auftritt hatte ich die Gelegenheit, einen der ganz großen Trommler persönlich kennen zu lernen: Ich wollte JOHN HISEMAN (Bild 1) eigentlich nicht stören und hab' mich ein wenig in die Ecke zurückgezogen, als er dann vor mir stand und sich von Miller, der ihn natürlich wie alle anderen älteren Recken im Geschäft schon seit Jahrzehnten persönlich kennt, vorstellen ließ. Durch SDG komme ich beneidenswerterweise öfter mal in den Genuß dieses Privilegs, und diese Momente sind es immer, die einem das Trommlerherz höher schlagen lassen: Wenn die Idole deiner Jugend dann plötzlich vor dir stehen und dir die Hand schütteln und dich tatsächlich unbedingt treffen wollen (ähnlich erging's mir bereits mit Ian Paice von Deep Purple oder Henry Spinetti von Eric Clapton's Band, wow...).
John ist ein unglaublich netter Kerl, dem man die langen Jahre im Geschäft in keinster Weise anmerkt. Beim Colloseum-Gig stand ich dann keine fünf Meter von seinem Set (Bild 2) weg und hab' ihm zugesehen, und er hat nichts verlernt! John spielt nach wie vor einfach großartig! (Übrigens links auf dem oberen Bild zu sehen. Keine Ahnung, wer der Typ mit dem Sonnenbrand ist...)

Unser Gig fand an Spencer's 65. Geburtstag statt, und wie erwartet floß der Rotwein (und auch anderes) in Strömen. Happy Bithday, Spenc! Bei einem wie dir kann man, glaube ich, getrost auf die nächsten 65 anstoßen.

Ein wenig Pech hatte wie immer der gute EDDIE, der vor der gigantischen Hammond Orgel von COLLOSEUM wieder mal an einem dieser Orgel-Nachbau-Sandwiches Platz nehmen mußte. Es ist immer ein wenig traurig, daß keiner der Verantwortlichen dazu imstande ist, für einen der besten Hammond-Spieler auf diesem Planeten auch eine richtige Hammond hin zu stellen... Colloseum waren leider, warum auch immer, nicht dazu zu überreden, dem armen Eddie ihre zu leihen, was die Stimmung im Allgemeinen dann doch etwas gedrückt hat.

Die folgenden Gigs fanden in so etwas wie einem "Open Air Club" statt, und die Vorband dort, die FOLKFREE BAND, war schlicht und einfach phantastisch! Die haben eine Stunde lang einen unglaublichen Mix aus allen kultur-musikalischen Gegebenheiten gespielt. Meist ungerade Rhythmen, aber ohne daß dies aufgefallen wäre. Irgendwie übergangslos, und man musste schon mitzählen, um 'rauszukriegen, daß es sich um 9er, 7er oder 13er handelte. Wer mehr über die Band wissen möchte: www.folkfree.hu

Hier noch ein Foto von einem wahrhaft ehrlichen Schild am ungarischen Innenministerium (Bild 3), das wir eigentlich hier im Ländle brauchen könnten...
Ein paar Bilder von Budapest sind auf "Galerie" unter "Others" zu finden.

So, das war's wieder.
Bis die Tage
Steff