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26. Juni 2004
UK Tour
Kurz gesagt: Viereinhalb Wochen ohne Schlaf und ohne
vernünftiges Essen. Dafür mit einer ganzen Menge Spass,
unzähligen Pints und einer echten Gewalt von einer Roadcrew! |
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Etwas ausführlicher: Die Tour hat uns zusammen mit den Yardbirds
von West nach Ost und von Nord nach Süd quer über die ganze Insel
geführt, und ich hatte tatsächlich in den letzten beiden Wochen
die Ehre, als "sechster Yardbird" in der Band zu spielen.
Billy Boy (...heißt wirklich so...), der Harpspieler (WOW!!!) und
Percussionist der Yardbirds, hatte sich die Hüfte ausgerenkt und
konnt kaum noch laufen, worauf Jim Mc Carthy, Yardbirds - Drummer
(Bild 1), kurzerhand mich an die Bongos und Congas gestellt hat. Das
war schon was! Mein lieber Specht! Billy geht's übrigens wieder
besser, er kann sich inzwischen die Hosen schon wieder alleine
anzieh'n...
Und Wunder über Wunder: Wir sind in vielen Wochen, die wir allein
in diesem Jahr schon als Spencer Davis Group auf Autobahnen in
diesen engen Kleintransportern zugebracht haben, nicht ein einziges
mal aneinander geraten. Was woanders, selbst in der kleinsten
Tanzcombo früher oder später der Fall ist, bei uns gab's das nicht
(Und ich kenn' Alleinunterhalter, die sich selber nicht leiden
können...). Die Band ist in persönlicher Hinsicht stabiler als
jede andere, die ich bis jetzt gesehen habe. Abgesehen von ein paar
seltsamen Geschichten ging alles so wunderbar "über die
Bühne", das wir fast schon gar nicht mehr heim wollten. Liegt
glaub' ich an den zwei oder drei täglichen Pints vor und nach den
Gigs mit Colin, Spencers Leidenschaft für Rotwein (die manchmal
auch Leiden schafft...), Eddies derbem und nicht kleinzukriegendem
Humor, Millers Backstage-Pianoeinlagen und Bernie's schier endloser
Geduld!! |
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| Die seltsamen Geschichten, die eigentlich durchwegs die Hotels
betrafen, haben in Bradford angefangen. Da ist mitten in der Nacht
ein Brett von der Wand runtergefallen und hat mir im Schlafe etwas
die Gesichtszüge verändert. So ein Querschläger mitten in der
Nacht tut schon ganz schön weh. Die Dusche hat dann auch keinen
Tropfen von sich gegeben, worauf ich mir dann in der Badewanne den
linken Fuß verbrüht und den rechten eingefroren hab'. In Glasgow
war's dann Zimmernummer: 911. Nine Eleven. Da sitzt man dann schon
mal die ganze Nacht da und wartet auf's Flugzeug. An dem Tag haben
wir dann auch beim Gig in der Garderobe einen Zettel vom Tourleiter
gefunden: "Sorry guys. We had to change the hotel for tomorrow
(Edinburgh) cause the back fell off". Hat gestimmt. Wir sind
nach Edinburgh gefahren und da war tatsächlich die Rückwand vom
Hotel umgefallen. Einfach so. Ersatzweise haben die uns dann in
einer exakten "Fawlty Towers" Kopie (Bild 2)
untergebracht. Wer's kennt: Manuel (Què..??) war auch da (Bild 3 in
der Mitte)! |
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Irgendwann haben wir in einem Hilton das gefunden, was man da am
wenigsten vermutet: Ein Kicker. Also Tischfußball, wie der
Engländer sagt. Im Foyer neben der Rezeption. In einem haben sie
sich dann aber doch nicht lumpen lassen: Das Ding war mit
Golfbällen bestückt. Die sind um Einiges lauter als normale
Bälle. Herr Hodgkinson und ich haben dann drei Stunden dafür
gesorgt, daß keiner der anwesenden Herren im Nadelstreif zu einem
vernünftigen Geschäftsabschluß gekommen ist. Bis wir dann
schließlich doch rausgeflogen sind... |
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Die Roadcrew war fantastisch: John Saunders Trucking and the
"boys from the muddy fields" (Bild 4) haben einen
großartigen Job gemacht und obendrein die ganze Blase noch bei
Laune gehalten. Und das T-shirt, das mir die Jungs geschenkt haben,
trage ich mit Stolz! Jawohl!
So, jetzt langt's dann aber auch, ich hab' keinen Bock mehr.
Wer mehr wissen will, kann sich auch auf Eddie's website
(www.eddiehardin.com) schlau machen, der schildert einige
Episoden ein bißchen lustiger und ausführlicher. Der hat ja auch
mehr Zeit. Soviel, daß er auf der Tour sein lange erwartetes Buch
vorgestellt hat. ALAB heißt's. Ain't Life A Bastard! Ich hab's
gelesen und kann's nur jedem empfehlen, der an dem, was in den
letzten 40 Jahren hinter den Kulissen im R&R Geschäft los war,
interessiert ist. Kann man bei ihm selber bestellen und lohnt sich
auf jeden Fall!
Nächste SDG - Station: Budapest. Inclusive Spencer's Geburtstag.
Der Rotwein wird in Strömen fließen....
Bis dann
Steff |
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